Deutsche so reich wie nie

Im vergangenen Jahr ist das Geldvermögen der Deutschen um über 7% auf insgesamt 7,7 Billionen € gestiegen. Das ist so viel wie nie zuvor, ein Rekordhoch also. Die DZ Bank hat diese Zahlen vor wenigen Tagen veröffentlicht. Der Anstieg des Geldvermögens ist im wesentlichen auf zwei Faktoren zurück zu führen: zum einen betrug die Sparrate – also der Betrag, der vom verfügbaren Einkommen zur Seite gelegt werden kann – sehr hohe 15%. Im Krisenjahr 2020 betrug sie sogar 16,1%. Zum anderen hat die Kursentwicklung an den Aktienmärkten zum Zuwachs beigetragen. Insgesamt gab es in 2021 durch die Kursgewinne an den Märkten Wertzuwächse bei Aktien und Fonds in Höhe von 130 Mrd. €.

Vor dem Hintergrund der weiterhin niedrigen Zinsen hat sich das Anlageverhalten weiter verändert. Statt den klassischen Banksparplänen mehr Fondssparpläne und Aktienanlagen. Dennoch machen insgesamt gesehen Bankeinlagen und Versicherungen mehr als zwei Drittel des Gesamtvermögens aus. Diese Anlagen liefern allerdings wegen der niedrigen Zinsen keinen Ausgleich für Wertverluste durch die Inflation. Dieser Zusammenhang wird mehr und mehr erkannt. Denn allein in den ersten 6 Monaten haben die Deutschen über 50 Mrd. € in Aktien und Fonds angelegt – mehr als das Dreifache des Durchschnitts der vergangenen drei Jahre.

Ein Ausblick auf 2022 wird von zwei Faktoren bestimmt. Sollte die Corona-Pandemie allmählich abklingen, werden die Deutschen zum einen wieder mehr Geld für Reisen und fürs Konsumieren im Einzelhandel und Gastronomie usw. ausgeben, was zu einer Reduzierung der Sparquote führen wird. Zum anderen profitieren aber insbesondere zyklische Aktien von einer Erholung der Konjunktur, was wieder zu steigenden Aktienkursen führen sollte. Tendenziell sollte sich der Trend zu höher rentierende Anlagen fortsetzen.