Wichtige Finanzereignisse in der KW 27 – Handelsdefizit im Mai, Steuerbelastung, Sprengung Geldautomaten, neuer Tarifvertrag

Deutschland hat im Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr Waren importiert als exportiert. Das ist insofern erstaunlich, als Deutschland seit vielen Jahren den Titel des Exportweltmeisters trägt. Erstmals seit Januar 2008 gibt es nun also wieder ein Handelsdefizit. Für dieses Defizit werden hauptsächlich zwei nachvollziehbare Gründe genannt. Erstens steigen seit dem Krieg in der Ukraine die Energie- und Nahrungsmittelpreise sprunghaft an. Die Einfuhren nach Deutschland verteuern sich um etwa ein Drittel. Zweitens bestehen die Probleme in den internationalen Lieferketten nach wie vor. Durch fehlende Vorprodukte ist es beispielsweise immer schwerer, Automobile fertig zu stellen und ins Ausland zu verkaufen. Sobald sich die Lieferketten also wieder beginnen zu normalisieren, sollte zumindest die Exportseite wieder etwas besser aussehen. Die Importseite wird wohl noch länger unter den hohen Energiepreisen leiden.

Wie hoch ist die Steuerbelastung des Durchschnittsverdieners in Deutschland? Eine immer wieder gern diskutierte Frage. Immer wieder begleitet von derGrundannahme, dass starke Schultern mehr beitragen müssen als schwache. Diese Woche wurde eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht mit Zahlen aus dem Jahr 2018. Das sind derzeit die aktuellsten Daten. Danach ist die durchschnittliche Steuerbelastung in den vergangenen 15 Jahren leicht von 10,94% auf 11,25% gestiegen. Zum Thema starke Schultern: das oberste Prozent der Spitzenverdiener trägt allein 22,8% der gesamten Einkommensteuereinnahmen, die obersten 10 Prozent stehen für 55,8%. Die unteren 50 Prozent stehen insgesamt für lediglich 6,1% der Steuereinnahmen. Das liegt daran, dass Geringverdiener oft gar keine Steuern zahlen, weil sie die Grundfreibeträge nicht überschreiten.

Bei Anschlägen auf Geldautomaten wurden in 2021 fast 20 Millionen Euro erbeutet. Zwar ist die Anzahl der versuchten und vollendeten Sprengungen leicht auf 392 zurück gegangen (Vorjahr: 414). Der Schaden in Euro nahm jedoch um 14% zu. Wie schon in den Vorjahren war auch in 2021 der durch die Sprengungen verursachte Schaden zum Beispiel an umliegenden Gebäuden deutlich höher als der erlangte Wert. Laut einer Meldung des Bundeskriminalamtes handelt es sich bei 75 Tatverdächtigen um sogenannte reisende Täter, von denen 73 ihren Lebensmittelpunkt in den Niederlanden haben. Vor diesem Hintergrund wurde die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den niederländischen Strafverfolgungsbehörden intensiviert. Auf Bundes- und Landesebene gibt es verschiedene Initiativen, die weiter auf verstärkte Präventionsmaßnahmen hinwirken.

Im Genossenschaftssektor wurde ein neuer Tarifvertrag abgeschlossen. In der dritten Verhandlungsrunde zwischen dem Arbeitgeberverband und der Gewerkschaft konnte eine Einigung für die über 130.000 Beschäftigten erzielt werden. Im Jahr 2022 wird es eine Einmalzahlung zwischen 800 und 1.000€ geben. Ab 2023 steigen die Gehälter dann um 3,2%, ab 2024 um weitere 2,0%. Auch für die Auszubildenden wird die Vergütung angehoben. Sie erhalten in zwei Schritten durchschnittlich 7,2% mehr.